Chinesische Tapeten

Die chinesische Tapete gilt als die älteste Tapete der Welt und kam bereits während der Han Dynastie auf. Im alten China wurden sie zunächst aus Seidenbahnen hergestellt, die von Hand bestickt wurden. Sie dienten dem chinesischen Adel, die Wände ihrer Paläste zu verzieren. Später, als das Bambusfaserpapier erfunden war, kamen zunehmend auch Papiertapeten auf, die jedoch wenig haltbar waren. Sie wurden daher auf Leinenbahnen aufgezogen, bevor sie aufgehängt wurden.

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Motive chinesischer Tapeten

Das Besondere an chinesischen Tapeten war ihre Motivwahl. Sowohl die Motive als auch ihre Gestaltungsart basieren auf der traditionellen chinesischen Malerei. Zarte Blumenmuster wie Lotusblüten oder Kirsch- und Litschibäume sowie Tiermotive wie Pfauen und Schmetterlinge waren auf ihnen zu finden. Wichtig war hierbei auch der Symbolcharakter dieser Motive, denn sie beziehen sich auf verschiedene Eigenschaften oder Wünsche und einige sind dazu angetan, Glück zu bringen. Auch Landschaften und Darstellungen von Szenen aus dem Alltag waren als Motive für chinesische Tapeten sehr beliebt. Sie wirkten in ihrem Umfeld völlig alltäglich, sind für den modernen europäischen Betrachter aber exotische Bildnisse einer fremden Kultur. Auf ihnen finden sich Marktszenen oder Werkstätten, in denen verschiedenen Handwerken nachgegangen wird. Aber auch Szenen aus Freudenhäusern oder Gefängnissen tauchen auf typisch chinesischen Tapeten auf. Andere beliebte Motive waren Szenen aus Sagen und Märchen sowie Bildnisse von großen Heldentaten aus chinesischen Kriegen. Während der Ming Dynastie kamen auch ornamentale Muster in Mode.

Die chinesische Tapete auf dem Weg nach Europa

Im 16. Jahrhundert kam die chinesische Tapete mit anderen Exportartikeln nach Europa. Sie war jedoch so teuer, dass sie nur für den Hochadel erschwinglich war. Eine große Faszination übten sie dennoch auf jedermann aus und bald begann auch eine europäische Produktion von chinesischen Tapeten, deren Stil als Chinoiserien bekannt ist. Heute sind noch einige dieser chinesischen Tapeten erhalten und sie können in Museen bewundert werden. So gibt es beispielsweise mehrbahnige chinesische Tapeten in einem Kasseler Museum zu bestaunen, die einen kompletten Beerdigungszug darstellt. Ein anderes Exemplar stellt eine Palastszene dar. Auf diese Weise geben die chinesischen Tapeten nicht nur einen Einblick in die chinesische Innendekoration vergangener Jahrhunderte, sondern verdeutlichen anhand ihrer Motive auch chinesische Bräuche und Lebensweisen. Sie haben über ihren dekorativen Wert hinaus eine Botschaft und erzählen eine Geschichte. Oft gleichen sie mehr einem Gemälde als einer Tapete.

Doch auch heute noch gibt es chinesische Tapeten. Sie werden aus verschiedenen Materialien, unter anderem auch aus Seide hergestellt. Viele zeigen Motive, die in ihren antiken Vorgängern Anlehnung finden. Zarte Zweige und Blüten schmücken diese modernen Wandbekleidungen ebenso wie kunstvoll geschriebene chinesische Buchstaben. So entsteht auch in modernen, westlichen Räumen asiatisches Ambiente, das sich sehen lassen kann.