Ohne Tapetenkleister geht es nicht. Er hält die Tapeten an der Wand, unterstützt ihre charakteristischen Eigenschaften und stellt eine langfristig schöne Wandgestaltung sicher. Bevor er verwendet wird, muss der Kleister angerührt werden. Das sollte grundsätzlich erst kurz vor dem Tapezieren geschehen.

Wie das Anrühren richtig gemacht wird, erklären wir in diesem Beitrag – ganz praktisch auch mit Anleitung als Video. Außerdem beantworten wir Fragen, wie es ohne Klumpen gelingt, wie das optimale Mischverhältnis mit Wasser ist und welche Konsistenz der fertige Tapetenkleister haben sollte. Für typische Probleme mit dem fertigen Kleister bieten wir die passenden Lösungen.

Hinweis: Wir benutzen Tapetenkleister in Pulverform, da er am häufigsten verwendet wird. Für flüssigen Tapetenkleister gelten andere Regeln, auf die wir in dieser Anleitung nicht eingehen.

Gut zu wissen: Der Tapetenkleister muss zur Tapetenart passen. Welcher Kleister für welche Tapete geeignet ist, ist vielen Heimwerkern und Hobby-Renovierern nicht geläufig. Umso wichtiger ist es, sich vorab darüber zu informieren!

Material

  • Tapetenkleister
  • ein großer, sauberer Eimer aus Plastik (Fassungsvermögen min. 8 Liter)
  • kaltes Wasser aus der Leitung (kein Brunnenwasser!)
  • ein Rührstab oder flacher, langer Pinsel

Tipp: Warmes Wasser eignet sich nicht zum Anrühren, da es die Reaktion des Kleisters beschleunigt und die Bildung von Klumpen begünstigt.

Mischverhältnis

Konsistenz Tapetenkleister

Das Mischverhältnis (auch: Ansatzverhältnis) ist abhängig von der Tapetenart bzw. der geplanten Arbeit und ausschlaggebend für die Klebfähigkeit des angerührten Kleisters. Auf jeder Kleisterverpackung befinden sich deshalb Hinweise zu den Einsatzmöglichkeiten und in welchem Verhältnis Kleister und Wasser anzurühren sind. Ebenso ist dort abzulesen, wie viele Rollen sich mit dem angerührten Tapetenkleister verarbeiten lasen (Reichweite / Rollenangabe). Meist sind diese Informationen in Form einer praktischen Tabelle (Ansatztabelle) aufgedruckt.

DAS richtige Mischverhältnis gibt es nicht. Ein stark verdünnter Kleister ist perfekt geeignet, um die Wände zu grundieren (Untergrundvorbereitung) und eine gleichmäßige Saugfähigkeit herzustellen. Bei schweren Tapeten dagegen sollte deutlich weniger Wasser verwendet werden. Somit entscheidet der Einzelfall über das Ansatzverhältnis zwischen Kleisterpulver und Wasser.

Konsistenz

Klumpenfreier Tapetenkleister mit der richtigen Konsistenz ist unerlässlich für eine perfekte Verarbeitung und bestmögliche Haftung der Tapete an der Wand. Die optimale Konsistenz von Kleister für Tapeten lässt sich als cremig, sämig und schleimig beschreiben. Ein Tropftest hilft bei der Beurteilung: Tropft der angerührte und gequellte Tapetenkleister zähflüssig von Pinsel oder Quast, ist er bereit für die Verarbeitung.

Achtung: Einige Tapetenarten, vor allem sehr schwere, benötigen einen speziellen Kleister, da sie sonst nicht ausreichend haften. Infos dazu gibt es hier.

Anleitung

  1. Hinweise auf der Verpackung lesen! Sie geben Auskunft darüber, wie der Tapetenkleister angerührt und verarbeitet werden muss, denn das kann von Hersteller zu Hersteller variieren.
  2. Kaltes Wasser in den Eimer füllen. Wie viel Wasser für das richtige Mischverhältnis benötigt wird, ist auf der Verpackung angegeben.
  3. Wasser durch Rühren im Kreis in Bewegung setzen – idealerweise bildet sich ein Strudel. Erst dann den Kleister zügig ohne Pause einrieseln lassen und gleichzeitig weiterrühren.
  1. Nachdem das Kleisterpulver vollständig ins Wasser geschüttet wurde, nach Herstellerangabe weiter rühren. Ein Richtungswechsel verbessert die Durchmischung.
  2. Kleister nach Packungsangabe ziehen/ quellen lassen.
  3. Mit dem Rührstab oder Pinsel nach Ablauf der Ziehzeit/ Quellzeit die Konsistenz des Kleisters prüfen und ein letztes Mal gut durchrühren. Ist der Tapetenkleister dickflüssig und klumpenfrei, hat das Anrühren perfekt geklappt und die Tapezierarbeit kann beginnen.

Gut zu wissen: Wie lange muss Tapetenkleister ziehen/ quellen? Die Ziehzeit/ Quellzeit ist abhängig vom gekauften Produkt und beträgt mal 3 Minuten, mal mehr und mal weniger. Auf der Verpackung ist die Zeit, die der Kleister zum Ziehen benötigt, stets angegeben und nachzulesen.

Spezialkleister
Vliestapetenkleister

Video: TAPETENMAX® Meisterkleister Spezial anrühren

Unser Spezialkleister eignet sich für alle Tapetenarten und zur Grundierung. Zum Wände vorkleistern werden 8 Liter Wasser benötigt. Für Papiertapeten reichen 4 Liter Wasser, bei schweren Tapeten nur 3 Liter Wasser. Die richtige Dosierung für den jeweiligen Verwendungszweck steht noch einmal auf der Rückseite der Verpackung. Den Kleister ca. 1 Minute kräftig rühren, dann 7 Minuten „ziehen“ lassen und noch einmal umrühren.

Video: TAPETENMAX® Meisterkleister für Vliestapeten anrühren

Unser Vliestapetenkleister eignet sich für Vliestapeten. Zum Anrühren werden 5 Liter Wasser benötigt. Den Kleister ca. 1 Minute kräftig rühren, dann 3 Minuten „ziehen“ lassen und noch einmal umrühren.

Haltbarkeit

Wie lange ist angerührter Tapetenkleister haltbar? Eine berechtigte Frage, denn häufig wird gar nicht so viel Kleister benötigt, wie beim Anrühren einer ganzen Packung entsteht. Doch selbst, wenn nur ein paar Bahnen Tapeten an die Wand gebracht werden sollen, sollte dennoch immer die gesamte Kleisterpackung angerührt werden.

Der Grund: Kleisterpulver besteht aus unterschiedlichen Bestandteilen, deren Körnungen und Eigengewichte variieren. Beim Transport der Verpackung bzw. durch Bewegungen ändert sich die Anordnung in der Pulvermischung und grobe Bestandteile des Kleisters setzen sich oben in der Packung ab. Wird nicht der gesamte Inhalt angerührt, kann der Tapetenkleister seine volle Leistung nicht erbringen und die Tapete haftet im schlimmsten Fall nicht gut an der Wand.

Gut zu wissen: Tapetenkleister hat eine begrenzte Haltbarkeit und kann „schlecht“ werden. Beim Aufbewahren und Entsorgen von Kleister gibt es deshalb wichtige Hinweise zu beachten! Angerührter Tapetenkleister kann problemlos über Nacht stehen gelassen werden, bei richtiger Lagerung bis zu 14 Tagen aufbewahrt und in diesem Zeitraum weiterverwendet werden. Die Haltbarkeit kann bei billigen Produkten und unsachgemäßer Lagerung jedoch kürzer ausfallen!

Was kann beim Anrühren schief gehen?

Das Anrühren von Tapetenkleister ist in wenigen Schritten erledigt. Doch was sich leicht anhört und einfach aussieht, hat durchaus seine Tücken. Typische Probleme mit dem angerührten Kleister betreffen lästige Klumpen oder die Konsistenz. Aber keine Panik, so schlimm ist das erst einmal nicht! Was zu tun ist, erklären wir nun.

Klumpen im Kleister

Kleister anrühren ProblemeFalls beim Anrühren des Tapetenkleisters Klumpen entstanden sind, hilft meist kräftiges Durchrühren, um die Klümpchen zu lösen. Ein haushaltsüblicher Mixer mit Rührbesen kann die Lösung sein! Wenn der Kleister dadurch nicht klumpenfrei wird, hilft ein Entklumpen mit Hilfe eines feinen Siebes und eines zweiten Eimers. Das ist zwar zeitaufwendiger, aber immer noch besser als den Tapetenkleister zu entsorgen und neuen anzurühren!

Zum Entklumpen den Inhalt des klumpigen Tapetenkleisters durch ein Sieb in einen zweiten Eimer gießen. Die Klumpen bleiben hängen und können entsorgt werden; der durchgesiebte Kleister ist einsatzbereit! Wer sichergehen will, dass der Kleister seine volle Klebkraft entfaltet, zerdrückt die übrig gebliebenen Klümpchen mit der Hand in einem dritten Gefäß und gibt die sehr dickflüssige Masse zum klumpenfreien Kleister hinzu. Durch erneutes Durchrühren erhält er seine optimale Konsistenz zurück.

Kleister zu dick / fest

Hat der frisch angerührte Kleister eine zu dicke Konsistenz, wurde wahrscheinlich zu wenig Wasser beim Anrühren verwendet. Die dickflüssige, feste Masse kann durch langsames Zugeben von zusätzlichem Wasser verdünnt werden. Rühren nicht vergessen!

Kleister zu dünn / flüssig

Ist die Konsistenz des gerade angerührten Kleisters zu dünn, sprich zu wässrig, wurde wahrscheinlich zu viel oder warmes Wasser beim Anrühren verwendet. Ob der dünnflüssige Tapetenkleister seine volle Klebkraft dennoch erreicht und die Tapeten gut haftet, zeigt nur ein Test, bei dem eine Tapetenbahn an die Wand gebracht wird. Gegebenenfalls kann etwas Kleisterpulver aus einer neuen Packung den flüssigen Kleister wieder verfestigen, sodass sich die Konsistenz von dünnflüssig zu cremig verändert

Hat sich Wasser oben auf dem Kleister im Eimer abgesetzt, weil dieser über Nacht oder für ein paar Tage stehen gelassen wurde, hilft kräftiges Rühren, damit sich die Komponenten wieder zu einer geschmeidigen Klebmasse verbinden.

Fazit

Tapetenkleister anrühren ist kein Hexenwerk, erfordert im Vorfeld jedoch das Informieren über die Tapetenart und die Art des Renoviervorhabens. In Puncto Mischverhältnis Kleisterpulver zu Wasser und Konsistenz gibt es kein richtig oder falsch; hier entscheidet der Einzelfall und der gekaufte Kleister, denn die Angaben variieren von Hersteller zu Hersteller. Die Schritte, wie Tapetenkleister in Pulverform angerührt wird, sind jedoch immer gleich. Typische Probleme wie Klumpen und eine zu dünne oder zu dicke Konsistenz sind kein Grund zur Panik, denn mit einfachen Mitteln lassen sich diese in der Regel schnell lösen.

Bildquellennachweis:
Titelbild: ©TAPETENMAX®
Tapetenkleister im roten Eimer: Vor dem Umzug: ©K.-P. Adler/stock.adobe.com
Tapetenkleister im braunen Eimer: pot of wallpaper paste with tool: ©dmdartworx/stock.adobe.com