Seit es Vliestapeten gibt, ist das Tapezieren einfacher als jemals zuvor! Vlies ist ein stabiles und dennoch flexibles Material, mit dem das Tapezieren Spaß macht und im Handumdrehen gelingt. Keine Falten, kein Einreißen, kein Ausdehnen oder Aufweichen der Tapete! Vliestapeten lassen sich selbst von blutigen Anfängern einfach verarbeiten. Kein Wunder, dass diese Tapetenart inzwischen zu den beliebtesten überhaupt zählt.

In dieser Anleitung erklären wir, wie sich Vliestapeten mit der sogenannten Wandklebetechnik tapezieren lassen, und verraten hilfreiche Tipps und Tricks. Möchten Sie sich vorab allgemein informieren und nachlesen, welche Vorarbeiten notwendig sind und wie Tapeten zugeschnitten werden, empfehlen wir unsere allgemeine Tapezieranleitung.

Was ist die Wandklebetechnik?

Die Wandklebetechnik, auch als Wandkleistertechnik bekannt, stellt herkömmliche Tapeziertechniken in den Schatten und hat das Tapezieren revolutioniert. Nicht die Tapete, sondern die Wand wird mit Tapetenkleister eingestrichen. Vliestapeten können so direkt nach dem Zuschneiden auf die eingekleisterte Wand geklebt werden. Das hat den Vorteil, dass Weichzeiten, wie sie von Papiertapeten bekannt sind, entfallen.

Wie funktioniert die Wandklebetechnik? Wie werden Vliestapeten tapeziert?

Nachdem die Vliestapeten zugeschnitten sind und der Tapetenkleister angerührt ist, kann das Tapezieren losgehen. Zunächst muss die Wand einkleistert werden. Doch wo fängt man an?

Vliestapete Kleister
Angerührter Kleister für Vliestapeten
Vliestapete zuschneiden
Eine Vliestapete wird zugeschnitten

Wir empfehlen, die erste Bahn immer am Fenster oder in der Nähe der Lichtquelle anzusetzen und vom Licht wegzuarbeiten, sodass die letzte Bahn in der dunkelsten Ecke des Raumes angebracht wird. Eine Ausnahme sind Vliestapeten mit sehr auffälligen, symmetrischen Mustern. Bei ihnen sollte man die erste Bahn in der Mitte der Wand bzw. an einem Punkt, der am weitesten entfernt zur Hauptlichtquelle liegt, ansetzen.

Damit die erste Bahn gerade platziert werden kann, sollte mit der Wasserwaage oder einem Lot eine senkrechte Lotlinie angezeichnet werden, an der die Bahn ausgerichtet wird. Ist die richtige Stelle für den Start gefunden, geht es mit dem Einkleistern der Wand weiter. Dabei ist wichtig, nicht zu viele Stellen auf einmal mit Kleister zu bestreichen, damit dieser nicht zu schnell trocknet. Lieber die Wand Bahn für Bahn einkleistern!

Tapete ausloten
Lotlinie anzeichnen, um die Bahn gerade anzusetzen
Vliestapete Wand einkleistern
Die Wand wird eingekleistert

Hinweis: Sie haben genug Kleister aufgetragen, wenn sich die Vliestapete leicht verschieben lässt. Fällt die Tapete ab, haben Sie zu viel Kleister aufgetragen und er sollte zu den Seiten verstrichen werden. Lässt sich die Tapete im Kleisterbett nicht bewegen, haben Sie zu wenig Kleister benutzt und sollten noch etwas mehr auf die Wand auftragen.

Ist der Kleister aufgetragen, kann die erste Bahn der Vliestapete unter der Decke angesetzt werden. An der Lotlinie entlang wird sie von oben nach unten und von der Mitte zu den Rändern mit einer Tapezierbürste luftblasenfrei glattgestrichen. Nachfolgende Bahnen werden auf Stoß, also Naht an Naht, geklebt.

Vliestapete kleben
Eine Bahn Vliestapete wird an die Wand gedrückt
Vliestapete andrücken
Die Bahn wird vorsichtig angedrückt

Doch es gibt Ausnahmen und kniffelige Stellen, die wir in separaten Anleitungen erklären:

Sind alle Bahnen der Vliestapete richtig tapeziert, geht es an die Abschlussarbeiten. Mit einem Nahtroller lassen sich die Ränder andrücken, sodass die Nähte später nicht auffallen. Die überstehende Tapete an der Decke und am Boden sollte rechtwinklig abgeschnitten werden. Am besten gelingt das mit einem Lineal oder einer Schiene und einem Cuttermesser. Kleisterreste und Flecken von Tapete, Decke und Fußboden sollten entfernt werden. Nun ist das Tapezieren geschafft und die Vliestapete kann trocknen.

Beim Trocknen von Vliestapeten ist wichtig, die Fenster geschlossen zu halten und nicht übermäßig zu heizen. Zugluft und Wärme begünstigen eine zu schnelle Trocknung, sodass der Kleister an den Nähten und Ecken zu schnell verdunstet und die Tapete nicht richtig klebt. Die optimale Umgebung ist 18 bis 20 °C warm und ohne Zugluft.

Bildquellennachweis:
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Angerührter Kleister: Schale mit Kleister: ©abasler/stock.adobe.com
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Lotlinie anzeichnen: Flatness of wall: ©pressmaster/stock.adobe.com
Wand wird eingekleistert: Glueing wallpapers at home. Young man, worker is putting up wallpapers on the wall. Home renovation concept: ©artursfoto/stock.adobe.com
Bahn wird angebracht: Glueing wallpapers at home. Young man, worker is putting up wallpapers on the wall. Home renovation concept: ©artursfoto/stock.adobe.com
Bahn wird angebracht: Glueing wallpapers at home. Young man, worker is putting up wallpapers on the wall. Home renovation concept: ©artursfoto/stock.adobe.com