Wer Vinyltapeten kaufen will, kennt ihre spezifischen Eigenschaften, Vorteile und Nachteile wahrscheinlich bereits. Wer sich jedoch noch nicht final für diese Tapetenart entschieden hat, hat erfahrungsgemäß viele Fragen. Unser Kundenservice wird beispielsweise häufig gefragt, was Vinyltapeten eigentlich sind, welche Eigenschaften, Vorteile und Nachteile sie haben, worin der Unterschied zu anderen Tapeten besteht und wie sie sich tapezieren lassen. In diesem Beitrag fassen wir unsere Antworten zusammen und stellen die Vinyltapete genauer vor.

1. Definition

Vinyltapeten sind Tapeten, deren Oberfläche aus Vinyl besteht. Sie werden auch als Kunststofftapete oder PVC-Tapete bezeichnet und sind mit einer Beschichtung aus Polyvinylchlorid versehen. Diese kann auf zwei Arten auf das Trägermaterial aufgebracht werden. Entweder wird der Kunststoff flüssig aufgesprüht oder die Tapete wird mit einer festen Vinylschicht laminiert. Die Oberfläche wird häufig noch veredelt, um ihr eine besondere Optik zu verleihen. Möglich sind Prägungen und aufgeschäumte Strukturen.

Das Trägermaterial einer Vinyltapete ist entweder Vlies oder Papier. Es handelt sich also immer auch um eine Vliestapete oder eine Papiertapete, was aber häufig nicht explizit angegeben wird. Wer wissen will, ob das Produkt seiner Wahl eine Vliestapete oder Papiertapete ist, sollte auf die angegebenen Eigenschaften und Tapetensymbole auf dem Einleger der Rolle achten.

Hat die Vinyltapete einen Papierträger, muss sie eingekleistert werden und darf erst nach einer Weichzeit an die Wand. Handelt es sich um einen Vliesträger, wird die Wand eingekleistert und die Vinyltapete darf direkt auf die Wand geklebt werden. Bei Vlies ist zusätzlich angegeben, dass sich die Tapete restlos trocken entfernen lässt, was bedeutet, dass sie einfach von der Wand abgezogen werden kann.

Unterschied Vliestapete und Vinyltapete: Häufig werden wir gefragt, worin sich Vliestapeten und Vinyltapeten unterscheiden. Der Unterschied besteht darin, dass bei der Vliestapete das Trägermaterial und das Obermaterial aus Vlies (Zellstoff + Textilfasern) bestehen, bei der Vinyltapete dagegen nur das Trägermaterial. Als Obermaterial dient das namensgebende Vinyl. Doch Achtung: Es gibt sie auch mit Papierträger!

2. Eigenschaften

Vinyltapeten haben folgende Eigenschaften:

  • abwaschbar & wasserabweisend
  • robust & langlebig
  • überstreichbar
  • lichtbeständig & farbecht
  • schwer entflammbar
  • nicht atmungsaktiv

Aus der beschichteten Oberfläche ergibt sich die erste positive Eigenschaft von Vinyltapeten. Die Beschichtung macht sie abwaschbar und feuchtigkeits- bzw. wasserabweisend. Bei Verschmutzungen lassen sie sich problemlos feucht abwischen. Rückstände von Flüssigkeiten und Wasserspritzer durchdringen das Material nicht. Vinyltapeten werden als (hoch) waschbeständig und häufig auch als scheuerbeständig ausgezeichnet. Deshalb eignen sie sich sehr gut für Badezimmer und Küchen bzw. stark beanspruchte Räume generell.

Eine weitere positive Eigenschaft ist ihre Robustheit. Aufgrund der Vinylbeschichtung gelten die Tapeten als strapazierfähig, formstabil und langlebig. Das macht sie zu idealen Wandkleidern für Treppenhäuser und Flure mit viel Durchgangsverkehr. Eine Lebensdauer von 10 bis 20 Jahren ist möglich.

Sollte die Tapetenfarbe einmal nicht mehr gefallen, kann eine Vinyltapete trotz der beschichteten Oberfläche übergestrichen werden. Sowohl herkömmliche Dispersionsfarbe als auch Latexfarbe eignen sich zum Überstreichen.

Vinyltapeten sind außerdem lichtbeständig und farbecht. Je nach Hersteller variiert diese Eigenschaft von gut über sehr gut bis ausgezeichnet. Das bedeutet, dass direkte Sonneneinstrahlung nicht zu Vergilbungen oder Verblassen der Farben führt und die Tapeten lange ansehnlich bleiben.

Viele Vinyltapeten sind zudem schwer entflammbar und feuerhemmend. Sie sind dann mit der deutschen Prüfnorm DIN 4102-1 gemäß Brandschutz-Klassifizierung B1 zertifiziert. Dank dieser sicherheitsrelevanten Eigenschaft eignen sie sich perfekt für Fluchtwege in öffentlichen Gebäuden und für jeden Einsatzort, an dem Brandschutz eine wichtige Rolle spielt und Bauvorschriften eingehalten werden müssen.

Zu guter Letzt sind Vinyltapeten diffusionsdicht, also nicht atmungsaktiv. Aufgrund dieser Eigenschaft können sie keine Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnehmen. Das kann die Entstehung von Schimmel im Raum begünstigen, wenn dieser nicht ausreichend gelüftet wird. Wird eine Vinyltapete in einem Feuchtraum oder im Schlafzimmer tapeziert, ist es wichtig, für eine gute und regelmäßige Belüftung zu sorgen. Dadurch lässt sich Schimmelbildung verhindern und das Raumklima wird nicht negativ beeinflusst.

3. Sind Vinyltapeten gefährlich/gesundheitsschädlich?

Nein oder besser gesagt: Nicht generell. Vinyltapeten wurden einst als gesundheitsschädlich und gefährlich eingestuft, da sie Weichmacher (Phthalate) enthalten. Diese werden an die Raumluft abgegeben und stehen im Verdacht, u.a. Organe zu schädigen und krebserregend zu sein. Heute werden Vinyltapeten aber zunehmend mit den ungefährlichen Weichmachern DINP und DIDP hergestellt und unterliegen strengen Bestimmungen.

Für Deutschland gilt, dass alle in Tapeten enthaltenen Schadstoffe grundsätzlich den gesetzlichen Anforderungen entsprechen müssen und Grenzwerte nicht überschritten werden dürfen. Viele Hersteller liegen freiwillig unter dieser Grenze (z.B. in Bezug auf Formaldehyd und flüchtige organische Verbindungen (VOC)) oder verzichten gänzlich auf den Einsatz bestimmter Schadstoffe (z.B. Schwermetalle).

Wer sicher sein will, dass die Vinyltapete seiner Wahl gesundheitlich unbedenklich ist, sucht auf dem Einleger nach dem RAL-Gütezeichen. Es bescheinigt, dass die Tapete strenge Güte- und Prüfbestimmungen erfüllt und ungefährlich ist.

4. Aussehen

Vinyltapeten präsentieren sich in den unterschiedlichsten Designs. Mal von unterschiedlichen Mustern und Farben abgesehen, ist ihr Aussehen abhängig von der Oberfläche. Glatt und glänzend, mit erhabener Struktur oder mit tiefen Reliefs – alles ist möglich.

Glatte Vinyltapeten sind mit einer Kunststofffolie laminiert, die bedruckt wird. Metallische Farben wie Gold und Silber bringen die Vinylschicht eindrucksvoll zum Glänzen. Prägungen der Folie ermöglichen das Hinzufügen von fühlbaren Reliefs und Strukturen, die dem Muster eine Tiefenwirkung verleihen. Viele Prägetapeten bzw. Heißprägetapeten sind mit Vinyl beschichtet und sind auch als Strukturvinyltapeten bekannt. Strukturen und dreidimensionale Erhebungen können aber ebenso durch aufgeschäumtes Vinyl erzeugt werden. Die Muster werden mit speziellen Pasten auf die Tapete gebracht und unter Hitze aufgeschäumt. Die sogenannten Schaumvinyltapeten wirken sehr plastisch und lebendig.

5. Tapezieren

Wie sich Vinyltapeten tapezieren lassen, hängt davon ab, aus welchem Trägermaterial sie bestehen. Vinyltapeten mit Vliesträger (Vliestapeten) lassen sich am schnellsten und einfachsten an die Wand bringen, da sie mittels Wandklebetechnik verarbeitet werden. Das bedeutet, dass die Bahnen nach dem Zuschneiden trocken auf die eingekleisterte Wand geklebt werden. Vinyltapeten mit Papierträger (Papiertapeten) werden nach dem Zuschneiden Bahn für Bahn eingekleistert, zusammengelegt und erst nach der angegebenen Weichzeit an die Wand geklebt. Nähere Infos gibt es in unserer Tapezieranleitung.

Welcher Kleister geeignet ist, hängt vom Trägermaterial und vom Gewicht der Vinyltapete ab. Wir empfehlen einen Spezialkleister mit hoher Klebkraft oder bei besonders schweren Exemplaren die Verwendung von Dispersionskleber.

6. Vorteile

Vinyltapeten haben folgende Vorteile: Sie sind in zahlreichen Designs erhältlich, können glatt oder strukturiert, geprägt oder aufgeschäumt sein. Sie sind feuchtigkeits- bzw. wasserabweisend und abwaschbar bzw. waschbeständig. Durch Kontakt mit Feuchtigkeit und Wasser werden sie nicht beschädigt und können feucht gereinigt werden. Vinyltapeten sind sehr langlebig, strapazierfähig und formstabil. Sie halten bis zu 20 Jahre und eignen sich perfekt für stark beanspruchte Räume. Ihre Farben verblassen durch direkte Sonneneinstrahlung nicht, da sie lichtbeständig sind. Außerdem sind viele Vinyltapeten schwer entflammbar gemäß DIN 4102-1 und Brandschutz-Klassifizierung B1. Haben sie einen Vliesträger lassen sie sich zudem schnell und einfach tapezieren und auch nach Jahren an der Wand restlos trocken wieder entfernen.

7. Nachteile

Vinyltapeten haben folgende Nachteile: Aufgrund ihrer Beschichtung sind sie nicht atmungsaktiv und begünstigen bei fehlender Belüftung die Schimmelbildung im Raum. Dadurch können sie das Raumklima verschlechtern und die Gesundheit beeinträchtigen. Nur wenn sichergestellt ist, dass der Raum regelmäßig gut gelüftet wird, sollten sie tapeziert werden. Vinyltapeten können Schadstoffe wie Weichmacher (Phthalate), Formaldehyd und flüchtige organische Verbindungen (VOC) enthalten, Allergien auslösen und krank machen. Gütesiegel und Normen für den deutschen und europäischen Markt (z.B. das RAL-Gütesiegel) verhindern aber, dass gefährliche Vinyltapeten erhältlich sind.