Tapeten für den Flur: Tipps, Ideen & Beispiele

Tapeten für den Flur: Tipps, Ideen & Beispiele

Der erste Eindruck zählt! Der Flur ist die Visitenkarte des Hauses bzw. der Wohnung. Als Eingangsbereich ist er der erste Raum, den Gäste sehen und betreten; er heißt sie willkommen. Damit Besucher freundlich von ihm empfangen werden und sich umgehend wohlfühlen, bedarf es der richtigen Einrichtung. Möbel, Teppiche, Dekoration, Wandgestaltung und Beleuchtung tragen dazu bei, dass der Flur einen positiven ersten Eindruck hinterlässt. Auch Tapeten können seine Wirkung beeinflussen.

Worauf es bei der Wahl einer Flurtapete ankommt, welche raumtypischen Eigenschaften häufig zum Problem werden und wie sich diese gezielt durch Tapezieren lösen lassen, verraten wir in diesem Beitrag. Ebenso geben wir Tipps, zeigen Beispiele und präsentieren Ideen, wie sich die Flurgestaltung mit Tapete realisieren lässt.

1. Welche Tapete für den Flur?

Beispiel Tapete im Flur
Flurtapete Holz Beispiel

Die Frage, welche Tapete sich für den Flur eignet, lässt sich pauschal nicht beantworten. Jeder Eingangsbereich ist anders, jede Diele hat spezifische Merkmale und jeder Korridor wird anders genutzt. Flurtapeten sollten deshalb mit Bedacht ausgewählt und auf die charakteristischen Eigenschaften des Raumes abgestimmt werden.

Ist der Flur groß oder klein, lang oder kurz, schmal oder breit? Ist die Diele hell oder dunkel? Hat sie viele Türen und Fenster oder viele durchgängige Wände? Welchen Zweck soll sie neben dem Begrüßen von Besuchern und Beherbergen der Garderobe noch erfüllen? Wird der Korridor stark beansprucht und ist anfällig für Verschmutzungen?

Diese Fragen sollten beim Kaufen von Tapeten berücksichtigt werden. Gleichzeitig spielt der persönliche Geschmack eine wichtige Rolle, denn Sie sollen sich wohlfühlen, wenn Sie nach einem langen Tag nach Hause kommen, die Wohnungs- oder Haustür aufschließen und den Flur betreten. Sobald Sie in Ihr Zuhause einkehren, sollen sich Entspannung, positive Gedanken und Wohlgefühl in Körper und Seele breitmachen. Die passende Tapete kann dazu beitragen.

Die perfekte Flurtapete entspricht also den Anforderungen an Raumnutzung sowie Raumwirkung UND den eigenen Vorlieben an Stil, Muster und Farbe. Was kompliziert zu finden klingt, ist dank einer großen Auswahl von namhaften Tapetenherstellern zum Glück schnell gefunden. Und natürlich helfen auch unsere Tipps, Ideen und Beispiele dabei, den Flur mit einer schönen Tapete zu gestalten.

Idee Tapete für den Flur
Beispiel Flur mit Tapete gestalten

2. Tapeteneigenschaften

Die Diele ist häufig ein Durchgangszimmer mit einer kurzen Verweildauer, aber einem hohen Besucherdurchlauf. Sie zählt zu den Räumen, deren Wände und Fußböden einer stärkeren Verschmutzung und Beanspruchung ausgesetzt sind als klassische Wohnräume. Regennasse Schuhsohlen, die Straßenschmutz hineintragen, aufwirbelnder Staub durch viel „Durchgangsverkehr“, Kinderhände, die sich beim Anziehen von Schuhen und Jacken an den Wänden abstützen, Kratzer und Schlieren von Taschen, Möbeltransporten oder Einkaufskörben: Der Flur muss einiges aushalten. Stoßfeste, strapazierfähige Tapeten mit einer starken Grammatur sind deshalb eine gute Wahl.

Wir empfehlen beschichtete, abwaschbare (hochwaschbeständige & scheuerbeständige) Vinyltapeten, von denen sich Verschmutzungen mit einem feuchten Tuch leicht entfernen lassen. Ebenso eignen sich überstreichbare Vliestapeten, die bei Bedarf mit Wandfarbe übergestrichen werden können und im Nu wieder wie neu aussehen. Wer häufige Renovierungsarbeiten umgehen möchte, ist mit Vinyltapeten und Vliestapeten für den Flur also bestens beraten.

Tipp: Bei starkem Lichteinfall sollte auf die Lichtbeständigkeit der Tapeten geachtet werden, damit ihre Farben nicht ausbleichen und das Muster lange ansehnlich bleibt. Ob ein Artikel gut lichtbeständig ist, lässt sich an den Symbolen auf dem Einleger erkennen und in der Produktbeschreibung ablesen.

3. Optische Raumkorrekturen

Bei der Suche nach schönen Flurtapeten sollten neben den Eigenschaften auch Größe, Schnitt, Deckenhöhe und Lichteinfall des Raumes berücksichtigt werden. Durch die richtige Tapetenfarbe, Musterart und Mustergröße, sowie durch Strukturen und Effekte auf ihrer Oberfläche lässt sich ein ungünstig geschnittener Eingangsbereich optisch korrigieren. Tapeten können den Flur für das Auge vergrößern oder verkleinern, verlängern oder verkürzen, heller wirken lassen oder seine Wände in die Höhe strecken.

4. Dunkler Flur

Sind im Eingangsbereich wenig oder keine Fenster verbaut und gibt es auch sonst keinen direkten Tageslichteinfall, wirkt er oft trist, grau und wenig einladend oder freundlich. Ein Flur ohne Tageslicht lässt sich mit der richtigen Tapete zum Glück aufhellen.

Warme, helle Tapetenfarben wie sonnenverwöhntes Gelb, cremiges Beige oder zartes Orange sind ideal, um Licht ins Dunkel zu bringen. Auch dezente Pastellfarben eignen sich zum Gestalten der Wände und sind ein gutes Beispiel für eine optimale Wandgestaltung in einem dunklen Flur. Lichtreflexe, die stellenweise aufhellen, sich je nach Blickwinkel unterscheiden und mit Metalltapeten oder Glasperlentapeten realisiert werden können, sind ebenso ideal. Sie reflektieren auftreffendes Licht und spielen mit dem Auge des Betrachters. Eine weitere gute Idee sind Tapeten, in die feine Flitterpartikel oder Glanzfäden eingearbeitet sind.

5. Schmaler Flur

In einem kleinen Flur, der sehr eng und schmal geschnitten ist, sind Tapeten mit hellen Farben die richtige Wahl. Spenden Fenster oder Türen viel Licht, darf es durchaus eine Mustertapete für alle Wände sein. Die Musterfarbe sollte sich jedoch nicht zu stark von der Grundfarbe unterscheiden. Ein sanfter, leicht abgestufter farbiger Kontrast wirkt harmonisch und die gemusterte Tapete im engen Flur nicht erdrückend. Sie kann den schmalen Schnitt perfekt überspielen und dem kleinen Raum mehr Größe verleihen.

Beliebte Ideen sind Streifentapeten mit filigranen Längsstreifen oder Crush Tapeten, die mit Falten und Knitteroptik wirken, als würden sie fließende Bewegungen an die Wände zaubern. Auch waagerecht verlaufende Querstreifen sind gern genutzte Beispiele, denn sie machen breiter – das Phänomen ist von Kleidung bekannt.

Viele Eingangsbereiche, vor allem im Altbau, erinnern an einen Schlauch. Für einen langen, schmalen Flur mit schier endlos wirkenden Wänden sind Tapeten mit geometrischen Mustern, mit ineinander verschmelzenden Ornamenten oder mit besonderen Strukturen hervorragende Beispiele für eine ideale Flurgestaltung. Da Auge und Gehirn mit der Wahrnehmung der Dessins beschäftigt sind, lenken die Tapeten gekonnt von der eigentlichen Länge des Flures ab und verkürzen ihn optisch.

Tipp: Wer statt kaschieren lieber bewusst betonen möchte, kann den schlauchförmigen Flur über die gesamte Wandlänge mit einer Tapeten-Bordüre oder mit mittig platzierten Querstreifen gestalten. Die Raumlänge wird so besonders hervorgehoben.

Ein langer, schmaler Korridor mit viel durchgehender Wandfläche bietet sich ebenso für eine einzelne Akzentwand an, auf der eine auffällige Motivtapete oder Fototapete Platz findet. Die anderen Wände werden dann mit farblich passenden Unis gestaltet. Am besten für eine großflächige Motivtapete geeignet ist die Stirnwand – das ist die Wand, auf die der direkte Blick von der Eingangstür aus fällt. Alternativ bietet sich die längste Wand an.

Beliebt sind vor allem botanische Prints, die an Dschungel und Urwald erinnern, sowie gestochen scharfe Digitaldrucke mit Aufnahmen von weitläufigen Landschaften und Wäldern.

6. Großer Flur

Eine große Diele bietet viel Platz für Ideen. Großzügig geschnittene Eingangsbereiche lassen sich mit Tapeten wunderbar in einzelne Bereiche unterteilen oder in einen gemütlichen Aufenthaltsort verwandeln. Es gilt: Erlaubt ist, was gefällt! Hier kommt Inspiration in Form einiger Beispiele:

Telefonieren, Lesen oder Stricken – warum nicht einfach mal im Flur? Ein bequemer Sessel vor einer wohnlichen Holzoptik-Tapete platziert verwandelt das funktionale Durchgangszimmer in einen charmanten Wohnraum. Barock Tapeten werden hinter Garderobe, Spiegel und Kommode zum gestalterischen Highlight und grenzen diesen Bereich vom Rest des Flures ab. Und Hundekörbchen, Katzen-Schlafplatz oder Kleintierkäfig erhalten mit einer nur für sie bestimmten Wandbekleidung einen eigenen Bereich.

7. Niedrige Decke

Nichts ist schlimmer, als eine Decke, die auf den Kopf zu fallen droht. Mit vertikal ausgerichteten Mustern wie Längsstreifen oder florale Ranken lassen sich Flurwände optisch strecken, sodass die niedrige Decke höher erscheint. Die Erklärung: Linien, die von oben nach unten verlaufen, wirken für das Auge länger als waagerecht verlaufende Linien. Tapeten, die also längs bzw. senkrecht verlaufende Muster aufweisen, können einer niedrigen Flurdecke eine Erhöhung verpassen, wenn auch nur als optische Täuschung.

Tipp: Die Deckentapete sollte bei niedrigen Räumen stets einen helleren Ton aufweisen als die Wände. Wer klassisches Weiß nicht mag, findet sie in anderen hellen Farbtönen oder kann sie einfach mit Farbe überstreichen.

8. Fazit

Die perfekte Flurtapete gibt es nicht. Welche Tapete sich für die Wandgestaltung im Flur am besten eignet, hängt von seiner Nutzung / Beanspruchung, Größe und Deckenhöhe sowie von seinem Schnitt und Lichteinfall ab. Persönliche Vorlieben beim Stil und bei der Farbe sollten auch berücksichtigt werden, im Idealfall wird die Tapete aber primär anhand ihrer raumkorrigierenden Eigenschaften ausgesucht. Mit einer geschickt ausgewählten Wandbekleidung lassen sich Problem-Flure optisch korrigieren.