Farben erwecken Erinnerungen und Assoziationen. Sie spiegeln außerdem Eigenschaften und Charakterzüge wider, weshalb sie auch von Farbpsychologie oder psychologischer Farbwirkung gesprochen wird. Die Wirkung von Farben - egal ob auf Tapete, auf einem Wandanstrich oder anderswo - ist vielfältig und faszinierend. Schon Goethe beschäftigte sich umfassend damit und veröffentlichte 1810 sein Werk „Zur Farbenlehre“, aus dem auch heute noch viele Punkte Gültigkeit haben. Allen voran die Tatsache, dass sich Farben ideal zur Wohnraumgestaltung eignen. Doch welche Farbe ist für eine Tapete im Wohnzimmer am besten geeignet? Welche Tapetenfarbe eignet sich für kleine Räume? Und warum lässt es sich in einem hell tapezierten Büro so gut arbeiten?

Psychologische Effekte von Tapetenfarben

Für den einen die Lieblingsfarbe, für den anderen ein absolutes No Go. Geschmäcker sind verschieden und so unterschiedlich sind auch die Effekte, die Farben erzeugen können. Einfarbige Tapeten wirken dabei in der Regel alleinstehend vollkommen anders als bei einer geschickten Kombination von Tapeten in verschiedenen Farben oder mit Mustern. In jedem Fall lassen sich mit ihnen individuelle Räume gestalten, die das Unterbewusstsein ansprechen, Gefühle hervorrufen und sogar Stimmungen erzeugen können. Je nach ausgewählter Tapetenfarbe ist die Wandbekleidung also nicht nur etwas für das Auge, sondern auch Balsam für die Seele. Wer Schutz sucht, wählt eine andere Tapetenfarbe als jemand, der auffallen möchte. Wer in einem Arbeitszimmer entspannt und ruhig arbeiten will, tapeziert in Farbtönen mit entsprechender psychologischen Wirkung. Und wer ungünstig geschnittene Räume kaschieren will, greift zu einer Farbe, die sich aufgrund ihrer Farbpsychologie dafür besonders gut eignet.

Wer fröhlich, frische Akzente sucht oder sich zum Beispiel mit seinem Partner nicht einig wird, wählt selten unifarbene Tapeten und bleibt sicher nicht bei nur einer einzigen Farbe. Wem es wichtig ist, zu zeigen, was er hat, der tapeziert mit besonderen Effekten. Barocktapeten, aufwendig verzierte Dessins und Design-Tapeten werden meist von prestigebewussten Personen gewählt. Edle Satintapeten oder Metalltapeten passen aus psychologischer Sicht ebenfalls perfekt. Dort, wo Individualität und Kreativität gelebt werden, passen grafische Tapeten, wilde Muster oder Fototapeten gut zur Persönlichkeit. Mut zur Farbe und zu absolut kreativen Dessins ist sicherlich nicht jedermanns Sache, aber das Schöne beim Tapetenkauf ist ja, dass erlaubt ist, was gefällt.

Größer, kleiner, höher,…

Warme und kräftige Farben sowie die Arbeit mit Kontrasten zwischen Tapete und Fußboden sind für große Räume gut geeignet, da sie so optisch verkleinert werden können, um Gemütlichkeit entstehen zu lassen. Dunkler Fußboden und pastellfarbene Tapeten ergeben aus Sicht der Farbenlehre eine gute Kombination. Hohe Decken können durch dunkle Farben gestaucht werden, um den Raum besser auszufüllen. Eine weitere Möglichkeit ist, die Decke hell und die Wände in einem anderen Farbton zu tapezieren, aber etwa 15 cm bis zur Decke auszusparen, um diese Fläche in der Farbe der Decke zu gestalten. Niedrige Decken dagegen wirken schnell erdrückend und sollten unbedingt in einer hellen Tapetenfarbe tapeziert werden, während die Wände ruhig bunt und verschiedenfarbig gestaltet sein können. In kleinen Räumen sollten jedoch auf eine Mustertapete verzichtet werden, damit es nicht unruhig wirkt. Als Tapetenfarbe mit perfekter Farbwirkung für kleine Räume haben sich kühle, bläuliche Farbtöne bewährt. Fällt jedoch zu wenig Licht in das Zimmer, ist Grün aus psychologischer Sicht die bessere Wahl, da damit keine beengende Kälte entsteht.

Farben und ihre Wirkung

Sehr natürlich wirken Brauntöne und Erdtöne, die psychologisch betrachtet Stabilität, Sicherheit und Geborgenheit vermitteln. Natürliche Materialien und die Mutter Natur werden mit dieser Farbe assoziiert. Besonders beliebt sind sie aktuell für Wohnräume, da sie eine beruhigende Ausstrahlung haben.

Grün kann weder warmen noch kalten Farbtönen zugeordnet werden und ist daher eine Farbe der Mitte, die Harmonie, Ruhe und Ausgeglichenheit ausstrahlt. Harmonisch und natürlich fügen sich Tapeten in Grün in die eigenen vier Wände ein und strahlen Gesundheit sowie Hoffnung aus.

Tapeten in Gelb entspringen dem hellsten Farbkreis und sorgen für Heiterkeit, angeregte Kommunikation und positive Stimmung. Wie die Sonne strahlen sie Wärme in Wohnräume ab und können zu fast allen anderen Farben kombiniert werden.

Energiegeladen, sinnlich und dominant wirken Tapeten in Rot, mit denen sich unser Energiebalken wieder aufladen lässt. Auch mental hat Rot eine belebende, aktivierende Wirkung. Die Farbe, die auf Tapeten jedoch auch schnell erdrückend wirken kann, wenn der ganze Raum damit tapeziert wird, gehört zu den warmen Farbtönen und steht auch für Liebe, Leidenschaft und Erotik. Auch Orange ist eine Farbe mit belebendem Effekt. Sie wirkt außerdem lebensbejahend und strahlt Optimismus sowie Dynamik aus, kann aber auch als zu laut empfunden werden.

Zu den leisen, kalten Farben gehört Blau. Kühle und Frische, Weite und Tiefe, Ruhe und Entspannung werden damit assoziiert. Tapeten in Blau können farbpsychologisch beruhigend wirken und die Konzentration fördern.

Je nach gewähltem Farbton kann Violett magisch, mystisch und geheimnisvoll oder aber zart und blumig wirken. Außerdem hat diese Farbe auf Tapeten den Vorteil, dass sie Räumen Tiefe verleiht und sie auch optisch verkleinern kann.

Schwarz und Weiß helfen bei der Raumgliederung, können als Kontrast zu farbigen Tapetenbahnen eingesetzt werden und wirken elegant sowie zeitlos. Ein weißer Raum funktioniert mit bunten Akzenten in Form von Bildern oder Dekorationsartikeln, während ein vollständig schwarz tapezierter Raum nicht empfehlenswert ist. Vereinzelte Bahnen in der dunklen Farbe können aber sehr gut funktionieren.