Tapeten mit Mustern sind ein absoluter Hingucker. Sie können jedoch zur Herausforderung werden, da beim Tapezieren einiges zu beachten ist, damit Bahn für Bahn ein perfektes Muster an der Wand entsteht. Begriffe wie Rapport, Musteransatz oder Versatz haben viele Heimwerker schon einmal gehört oder gelesen, doch die genaue Bedeutung ist häufig unklar.

Was bedeutet Rapport bei Tapeten und welche Arten gibt es? Warum fällt gerade bei Mustertapeten immer wieder der Begriff Versatz bzw. versetzter Ansatz und was ist dessen Bedeutung? Was ist beim Berechnen, Zuschneiden und Tapezieren mit Rapport zu beachten und gibt es eine einfache Anleitung? Diese und viele weitere Fragen beantworten wir in diesem Beitrag.

1. Definition Rapport

Der Begriff Rapport bezeichnet ein sich nach einer gewissen Länge wiederholendes Muster auf der Tapetenbahn. Die Wiederholung entsteht, da bei der Tapetenproduktion eine Druckvorlage / Schablone verwendet wird, die das Muster über die gesamte Tapetenlänge immer wieder nacheinander abbildet. Punkte, Sterne und all die anderen möglichen Motive sind also nicht willkürlich angeordnet, sondern liegen auf der fertig gedruckten Tapete als Motivschleife vor.

2. Bedeutung

Jede Tapete hat einen Rapport. Bei einfarbigen Unis ohne Muster fällt er jedoch nicht auf und erfordert beim Zuschneiden und Tapezieren NICHT die Beachtung besonderer Regeln. Der Begriff Rapport wird deshalb hauptsächlich im Zusammenhang mit gemusterten Tapeten explizit erwähnt, da das sich wiederholende Muster bei der Verarbeitung zur Herausforderung werden kann. Bahn für Bahn sollen Ornamente, abstrakte geometrische Formen oder Blumenmotive perfekt aneinander anschließen, um an der Wand ein gleichmäßiges Muster zu ergeben. Deshalb sollte dem Rapport beim Tapezieren von Mustertapeten besondere Beachtung geschenkt werden.

Seine wichtige Bedeutung wird dadurch unterstützt, dass mit Hilfe von Tapetensymbolen auf den Musteransatz hingewiesen wird. Doch was bedeutet der Begriff „Musteransatz“ eigentlich?

3. Musteransatz & Versatz

Während musterlose Unis einfach Bahn für Bahn an die Wand gebracht werden können, muss bei Mustertapeten ein Musteransatz berücksichtigt werden, der sich am Rapport orientiert – nur so ist genauer Fortlauf des Musters gewährleistet. Häufig muss das Muster zwischen zwei angrenzenden Bahnen verschoben werden, damit später ein einheitliches Bild an der Wand entsteht. Das Verschieben ist mit dem Begriff Versatz gemeint.

Müssen beim Tapezieren Musteransatz und Versatz beachtet werden, ist auf dem Einleger der Rolle stets angegeben, ob und mit wie vielen Zentimetern Versatz die folgende Bahn im Vergleich zur vorherigen angesetzt werden muss. Der Versatz gibt also Auskunft über die Positionierung der einzelnen Rapporte nebeneinander und sollte bereits beim Zuschneiden berücksichtigt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass das Muster nicht abgeschnitten wird. In der Regel werden Bahnen immer um einen halben Rapport verschoben.

Bei der Bedarfsermittlung vor dem Kauf muss unbedingt der Verschnitt eingeplant werden, damit ausreichend Rollen gekauft werden. Der Versatz ist also wichtig bei der Berechnung, wie viele Rollen überhaupt benötigt werden. Außerdem muss berücksichtigt werden, dass Tapeten grundsätzlich mit einer Zugabe als Überstand tapeziert werden sollten.

Es gibt drei Arten von Musteransatz, jede mit einem eigenen Tapetensymbol.

4. Ansatzfreie Tapeten

Bei ansatzfreien Tapeten kann ohne Rücksicht auf Rapport und Versatz gearbeitet werden – das gilt beim Zuschneiden sowie beim Tapezieren. Es entsteht kein Verschnitt, da alle Bahnen fortlaufend direkt nebeneinander geklebt werden. Das ist beispielsweise bei vertikalen Streifentapeten, Strukturtapeten und musterlosen Tapeten der Fall.

5. Tapeten mit geradem Ansatz

Bei Tapeten mit geradem Ansatz werden die Muster der einzelnen Bahnen auf gleicher Höhe geklebt. Für den korrekten Musteransatz ist eine Maßangabe auf die Rückseite der Tapete und den Einleger gedruckt, zum Beispiel 64/0. Das bedeutet, dass der Rapport 64 cm beträgt (das Muster wiederholt sich also alle 64 cm) und dass das Muster der jeweils nächsten Bahn um 0 cm versetzt wird. Ein Versatz muss beim Tapezieren von Tapeten mit geradem Ansatz also nicht berücksichtigt werden.

Beim Zuschneiden von Tapeten mit geradem Ansatz werden Kopien der ersten Bahn angefertigt. Alle Tapetenbahnen sollen die gleiche Länge haben und das Muster an der gleichen Stelle. Wir empfehlen, Bahn auf Bahn oder die Bahnen nebeneinander zu legen, sodass die Muster exakt parallel zueinander verlaufen. Da die Bahnen gleich lang geschnitten werden und ohne Versatz zu tapezieren ist, fällt der Verschnitt gering aus.

Die richtige Länge einer Bahn lässt sich bei Rapport ohne Versatz mit dieser Formel berechnen:

(Wandhöhe + Überstand) / Rapport = x (aufrunden)

6. Tapeten mit versetztem Ansatz

Tapeten mit versetztem Ansatz

Bei Tapeten mit versetztem Ansatz werden die Muster der einzelnen Bahnen mit dem angegebenen Versatz geklebt. Die Angabe zum Versatz ist auf der Rückseite der Tapete oder auf dem Einleger zu finden, zum Beispiel 50/25. Das bedeutet, dass der Rapport 50 cm beträgt (das Muster wiederholt sich also alle 50 cm) und dass das Muster der jeweils nächsten Bahn um 25 cm versetzt wird. Beim Tapezieren von Tapeten mit versetztem Ansatz wird das Muster also ausgehend von der ersten Tapetenbahn nach oben oder unten verschoben, um einen exakten Fortlauf zu gewährleisten.

Beim Zuschneiden und Tapezieren mit Versatz ist hilfreich zu wissen, dass jede zweite Bahn identisch sein muss. Die Bahnen 1, 3, 5, usw. (jede ungerade Nummer) und die Bahnen 2, 4, 6, usw. (jede gerade Nummer) werden also in Bezug auf Länge und Muster exakt gleich zugeschnitten. Bahn 1 gilt als Vorlage für die Bahnen 3 und 5. Für den Zuschnitt wird einfach Muster auf Muster gelegt. Für das Zuschneiden der Bahnen 2 und 4 wird das Muster um den halben Rapport verschoben und der Versatz durch Nebeneinanderlegen der Bahnen 1 und 2 bzw. 3 und 4 geprüft. Das geht am besten auf dem Fußboden.

Tipp: Damit so wenig Verschnitt wie möglich entsteht, sollten für die Bahnen mit gerader und ungerader Nummerierung separate Tapetenrollen verwendet werden. Das spart Material und erleichtert zudem das Zuschneiden!

Die richtige Länge einer Bahn lässt sich bei Rapport mit Versatz mit dieser Formel berechnen:

(Wandhöhe + Überstand + Versatz) / Rapport = x (aufrunden)

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