Die Zeiten, in denen es beim Tapeten kaufen nur auf die Optik und den Preis ankam, sind längst vorbei. Immer mehr Menschen hinterfragen Produktionsbedingungen, Inhaltsstoffe und verwendete Materialien sowohl unter gesundheitlichen als auch ökologischen Gesichtspunkten. Die eigene Gesundheit, Verantwortung für Mensch und Natur seitens der Tapetenhersteller, aber auch der Begriff "Wohngesundheit" spielen eine immer größere Rolle bei der Wandgestaltung mit Tapeten.

Gesundheitlich unbedenkliche, umweltfreundliche und wohngesunde Tapeten sind in aller Munde. Höchste Zeit, die Situation in Deutschland genauer zu betrachten, einen Blick auf mögliche Schadstoffe und Alternativen zu werfen sowie Standards, Zertifikate und Gütezeichen mit ihrer Bedeutung für die Umwelt und Gesundheit vorzustellen.

Umweltbewusstsein & Nachhaltigkeit

Holzstapel nachhaltiges Holz

Die Herstellung von Tapeten bzw. von Papier allgemein ist ein Wasser belastender und Energie verbrauchender Wirtschaftszweig. Zahlreiche deutsche und europäische Tapetenhersteller achten bei der Herstellung von Tapeten inzwischen verstärkt auf die Umweltverträglichkeit und übernehmen ökologische Verantwortung. Umweltstandards und Energiemanagement in der Produktion haben sich etabliert und Maschinen sowie Prozesse werden stetig weiterentwickelt, um die Umwelt besser schonen und dem steigenden Umweltbewusstsein der Verbraucher gerecht zu werden.

Holz/ Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft

Auch das Thema Nachhaltigkeit spielt heute eine große Rolle und fängt bereits bei der Auswahl der Ressourcen an. Wenn nicht gerade recyceltes Altpapier als Material verwendet wird, werden Frischfasern aus Holz anteilig eingesetzt. Aus ökologischer Sicht sollte dieses Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und Forstwirtschaftsbetrieben stammen. Hersteller wie Hohenberger, Marburg und A.S. Création verwenden dem Nachhaltigkeitsgedanken folgend schon länger ausschließlich FSC®-zertifizierte Papiere und Faservliese. Ob eine Tapete aus einem solchen Rohstoff besteht, ist am FSC®-Siegel zu erkennen.

Umweltbewusst & nachhaltig von Marburg

.

Tapeten aus Altpapier

Die verstärkte Verwendung von Recyclingpapier knüpft am Gedanken der nachhaltigen und umweltfreundlichen Tapetenherstellung an. Laut Umwelt Bundesamt schneiden Tapeten aus Altpapier im Hinblick auf Ressourcenverbrauch, Abwasserbelastung, Wasserverbrauch und Energieverbrauch mit einer deutlich positiveren Umweltbilanz ab als Tapeten, die Holz als Rohstoffquelle für ihre Fasern nutzen. Außerdem verringert die Verwendung von Altpapier die Abfallbelastung, schont Holz als natürliche Ressource und die mit der Zellstoff- und Holzstofferzeugung verbundenen Umweltbelastungen werden minimiert.

Tipp: Auch beim Tapeten entsorgen sollte auf die Umwelt geachtet werden. Obwohl die Wandkleider aus Papier bestehen, gehören sie nicht ins Altpapier, sondern in den Restmüll!

Gesundheit & Wohngesundheit

Wohngesundheit Tapeten

Ob im eigenen Zuhause, am Arbeitsplatz oder bei Freunden – den Großteil des Tages verbringen Menschen in Räumen mit Tapete. Sei es eine Papiertapete, eine Vliestapete, eine Textiltapete oder eine Vinyltapete, die Inhaltsstoffe gelangen durch Ausdünstungen in die Raumluft und damit über die Haut und Atemwegen in den menschlichen Organismus. Handelt es sich bei den verflüchtigten Substanzen um Schadstoffe und Umweltgifte, geht das häufig zulasten des Raumklimas und der Gesundheit. Auch die sogenannte Wohngesundheit wird von Tapeten beeinflusst. Positiv, wenn es sich um wohngesunde Tapeten handelt. Negativ, wenn die Wandkleider eine hohe Schadstoffbelastung aufweisen.

Wohngesund meint im Zusammenhang mit Tapeten solche, die ökologisch und gesundheitlich unbedenklich sind und sich positiv auf das Wohlergehen der Bewohner sowie auf die Raumluft auswirken. Sie geben keine oder nur sehr geringe Mengen an Schadstoffen ab, belasten weder Umgebung noch Organismus und können ruhigen Gewissens im Schlafzimmer, Wohnzimmer und Kinderzimmer tapeziert werden. Gesunde Tapeten regulieren die Feuchtigkeit im Raum, da sie diffusionsoffen und atmungsaktiv sind. Auswirkungen schädlicher Substanzen wie Kopfschmerzen, Allergien, Atemwegsprobleme, Schwindel und Schlimmeres sind mit ihnen nicht zu befürchten.

Schadstoffarm & wohngesund von A.S. Création

.

Doch welche Schadstoffe sind in Tapeten enthalten bzw. können enthalten sein? Wie wirken sich diese Substanzen auf Gesundheit und Wohngesundheit, auf Organismus und Raumluft aus?

Schadstoffe in Tapeten

Begriffe wie Weichmacher, Formaldehyd und Schwermetalle fallen im Zusammenhang mit Tapeten, Umwelt und Gesundheit immer wieder. Auch Fragen, ob Tapeten umweltschädlich, gesundheitsschädlich, krebserregend oder allergieauslösend sind, stehen oft im Raum. Fakt ist: In Bezug auf Schadstoffe in Tapeten gibt es viel Aufklärungsbedarf und zahlreiche Fragen – vor allem, wenn sie für Kinder und Babys bzw. für das Kinderzimmer verwendet werden sollen.

Das Trägermaterial von Tapeten, aber auch die verwendeten Materialien beim Druck der Muster sowie für spezielle Oberflächenveredelungen und Effekte können mit schädlichen Substanzen behaftet sein. Vor allem in synthetischen Komponenten lauern Schadstoffe wie:

  • Schwermetalle
  • Weichmacher (Phthalate)
  • Acrylate als Bindemittel
  • Formaldehyd
  • flüchtige organische Verbindungen (VOC)
  • zinnorganische Verbindungen (TBT & DBT) zur Verbesserung der Flammen- & Lichtbeständigkeit
  • halogenorganische Verbindungen in Bindemitteln & Farben

Schwermetalle

Schwermetall sind besonders giftige Metalle, die in unterschiedlichsten Baustoffen und Einrichtungsgegenständen enthalten sein können, auch in Tapeten. Ob als Pigment in den Druckfarben oder als Stabilisator bei Profiltapeten, schwermetallhaltige Toxine wie Blei, Cadmium, Chrom, Quecksilber, Arsen und Zinn zählen zu den unerwünschten Schadstoffen in Tapeten.

Bereits in kleinen Mengen können sie bei chronischer Belastung die Gesundheit gefährden, Blutveränderungen bewirken, Allergien verursachen sowie Nervensystem, Immunsystem und Leber schädigen. Schwermetalle spielen auch bei der Entstehung von Krebs eine große Rolle.

Namhafte deutsche und europäische Tapetenhersteller verzichten heute auf den Einsatz von Schwermetallen in Tapeten und tragen damit einen wichtigen Teil zum Erhalt der Gesundheit bei.

PVC & Weichmacher

Tapeten ohne Weichmacher

Beschichtete Tapeten wie Vinyltapeten und solche mit aufgeschäumten Strukturen sind häufig mit einer vollflächigen PVC-Schicht überzogen oder enthalten Vinylschaum. Für die Herstellung von Vinyl bzw. Polyvinylchlorid (PVC) werden Erdöl und Steinsalz verwendet. Mithilfe von schwer flüchtigen Weichmachern (Phthalate) wird es flexibel und dehnbar gemacht, damit es sich besser verarbeiten lässt. Bereits bei normaler Zimmertemperatur dünsten diese weichmachenden Substanzen permanent aus, beeinflussen das Raumklima negativ und werden von der Tapete an den Raum abgegeben. In Form von Hausstaub verteilen sie sich dann im gesamten Zimmer – auch in Möbeln, Wohntextilien und Kleidung.

Weichmacher stehen im Verdacht, Leber, Nieren, Fortpflanzungsorgane, Immunsystem und Nervensystem zu schädigen. Zudem sollen sie krebserregend sowie hormonell wirksam sein und lösen zudem sehr häufig allergische Reaktionen aus.

Eine gesundheitlich unbedenkliche Alternative sind die modernen Weichmacher DINP und DINCH. Auch für die Umwelt sind diese Substanzen nicht schädlich. Alle in Tapeten enthaltene Phthalate müssen grundsätzlich den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Grenzwerte dürfen nicht überschreiten werden. Viele Hersteller liegen freiwillig deutlich unter dieser Grenze oder setzen bereits voll auf PVC-freie Tapeten.

PVC-freie Tapeten von Hohenberger

.

Formaldehyd

Schadstoffe in Tapeten

Formaldehyd ist ein in der Natur vorkommendes, aber auch synthetisch hergestelltes, farbloses und stark riechendes Gas. Auch Raucher produzieren es. Es zersetzt sich besonders schnell bei Einwirkung von UV-Strahlen. Formaldehyd steht im Verdacht unter anderem Kreislaufbeschwerden, Schwindel, Konzentrationsstörungen, Atemwegsprobleme, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Nervosität, Asthma und allergische Reaktionen auszulösen.

Da es in Holzprodukten natürlicherweise vorkommt und Bestandteil von Substanzen zur Erhöhung der Nassreisfestigkeit von Papiertapeten ist, geben Tapeten Formaldehyd generell in geringen Mengen ab. Ein Richtwert für Innenräume sowie speziell für RAL-Tapeten mit Gütezeichen wurde festgelegt. Die meisten Hersteller aus Deutschland und Europa liegen deutlich unter dem Richtwert und produzieren Tapeten fast ohne Formaldehyd.

Flüchtige organische Verbindungen (VOC)

Flüchtigen organischen Verbindungen (Volatile Organic Compound = VOC) sind Bestanteile von organischen Betriebsmitteln, die zur Produktion von Tapeten erforderlich sind. Leichtflüchtig bedeutet, dass sich diese Substanzen besonders schnell in der Luft anreichern und damit die Raumluft beeinflussen. VOC wie Aliphaten, Aromaten, Ester, Ketone, Alkohole, Glykole, chlorierte Verbindungen, Siloxane und Aldehyde verursachen einen unangenehmen, strengen Geruch, der unmittelbar nach dem Tapezieren zu riechen ist.

Viele Hersteller erfüllen heute die strengen Anforderungen an Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen und tragen so dazu bei, dass die Qualität der Raumluft und der Wohngesundheit nicht bedenklich sinkt.

Schadstoffrisiko verschiedener Tapetenarten

Manche Tapetenarten können von Haus aus eine höhere Schadstoffbelastung aufweisen als andere. Doch auch innerhalb der einzelnen Arten gibt es Unterschiede.

Vliestapeten

Vliestapeten bestehen hauptsächlich aus Textilfasern und Zellstoff (Zellulose), die mit Bindemittel verfestigt werden. Werden für die Herstellung chemisch unbehandelte, natürliche Textilfasern verwendet, beinhalten sie wenig bis keine Schadstoffe. Generell sind Vliestapeten wasserdampfdurchlässig, atmungsaktiv und enthalten kein Formaldehyd. Ihre Belastung mit PVC, Weichmachern und flüchtigen organischen Verbindungen ist sehr gering.

Die Bindemittel sind eine mögliche Quelle für schädliche Substanzen, allerdings setzen immer mehr Hersteller auf unbedenkliche Alternativen statt auf verrufene Acrylate.

Viele Tapeten mit Vliesträger werden weiter veredelt, damit sich ihre Oberflächenbeschaffenheit ändert oder sie besondere Effekte erhalten. Aufgebrachte Metallfolien aus Aluminium, Glitzersteine und Glasperlen oder Lasuren und Lacke machen sie zu echten Hinguckern, erhöhen mitunter aber auch das Schadstoffrisiko. Sind diese Vliestapeten jedoch mit Gütesiegeln, Zertifikaten oder Ähnlichem ausgestattet, sind sie nicht gesundheitsgefährdend.

Umweltfreundliche, geruchsfreie Vliestapeten für Kinder von Grandeco

.

Papiertapeten

Papiertapeten bestehen aus einer Basis aus Papier, dem sogenannten Papierträger in ein oder zwei Schichten. Damit eine hohe Nassreißfestigkeit gewährleistet ist, sind häufig Substanzen zugesetzt, die Formaldehyd enthalten können.

Papiertapeten können bedruckt, geprägt, speziell veredelt oder beschichtet sein. Beim Bedrucken sowie bei den unterschiedlichen Verfahren zur Oberflächenbehandlung können Schadstoffe in die Tapete gelangen, die in den Farben und Beschichtungen enthalten sind. Sie beeinträchtigen die Atmungsaktivität und beeinflussen das Raumklima negativ.

Papiertapeten mit einer minimalen Schadstoffbelastung bestehen aus Holzfasern und Zellulose (Raufaser), Naturpapier oder Altpapier und sind nicht beschichtet oder versiegelt. Viele renommierte Tapetenhersteller stellen inzwischen umweltfreundliche und gesundheitlich unbedenkliche Papiertapeten her, die frei von Schadstoffen sind und sich deshalb besonders gut für Kinder eignen. Sie sind unter anderem am RAL-Gütesiegel zu erkennen und mit dem Umweltzeichen Blauer Engel ausgezeichnet.

Vinyltapeten

Vinyltapeten, die auch als Kunststofftapeten bezeichnet werden, haben eine Trägerschicht aus Papier oder Vlies. Beschichtet ist diese Basis je nach Hersteller mit PVC oder PU, was den Einsatz von Weichmachern erfordert, die aufgrund ihrer schädlichen Auswirkungen auf Umwelt, Gesundheit und Raumklima zurecht in Verruf geraten sind. Alternativen sind die ungefährlichen Weichmacher DINP und DIDP, auf die heute viele namhafte Tapetenhersteller zurückgreifen.

Vinyltapeten sind aufgrund ihrer Beschichtung mit Kunststoff abwaschbar, leider aber auch diffusionsdicht und nicht atmungsaktiv. Sie nehmen keine Feuchtigkeit auf und erhöhen so die Gefahr der Schimmelbildung im Raum. Wohngesund und gut für das Raumklima sind Kunststofftapeten somit nicht, weshalb sie nur in Räumen angebracht werden sollten, die regelmäßig und lange gelüftet werden. Für Schlafzimmer und Kinderzimmer sind sie nicht geeignet.

.

Textiltapeten

Textiltapeten basieren je nach Hersteller auf einem Papierträger oder Vliesträger. Die Textilfasern als Obermaterial sind entweder synthetisch, also künstlich, oder natürlich. Wer besonders gesunde Tapeten mit textilem Gewebe sucht, wählt am besten solche, in denen Baumwolle, Wolle, Jute, Leinen oder Sisal verarbeitet sind. Idealerweise stammen diese natürlichen Textilfasern sogar aus biologischem Anbau, bei dem keinerlei Chemie eingesetzt wird. Faserschutzmittel und Fungizide sind dann nicht enthalten.

Künstliche Textilfasern wie Polyacrylnitril können mit Urethanharzen behandelt sein, um reißfester zu werden. Diese können sich in Form von Isocyanaten in die Raumluft abspalten und die Wohngesundheit beeinträchtigen.

Tipp: Da Textiltapeten überdurchschnittlich viel Staub aufnehmen, eignen sie sich nicht für Allergiker.

Gütesiegel & Zertifikate

Gütesiegel, Zertifikate, Normen und Standards – in vielen Produktbereichen fällt es dem Verbraucher schwer, durchzublicken und nur wenige kennen die richtige Bedeutung. Für Tapeten sind Gütesiegel noch ein relativ junges Thema und es gibt nur wenige Zeichen, die Sie kennen sollten. Das erleichtert das Verständnis und erhöht das Vertrauen.

RAL-Gütezeichen für Tapeten

Tapeten, die mit dem RAL-Gütezeichen ausgezeichnet sind, gewährleisten, dass der Hersteller bestimmte Gütebestimmungen bei der Produktion einhält und so überdurchschnittliche Produktions- sowie Produktanforderungen erfüllt. Die Regeln (Güte- und Prüfbestimmungen) sind streng und wurden vom Verband der Deutschen Tapetenindustrie e. V. in Zusammenarbeit mit dem RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e. V. erarbeitet.

Ob die Bestimmungen eingehalten werden und eine Tapete das RAL-Gütezeichen erhält, obliegt der Beurteilung von neutraler Seite, die seit Langem das Fraunhofer-Institut für Holzforschung einnimmt. Jeder Tapetenhersteller ist nach erfolgreicher Erstprüfung verpflichtet, die Einhaltung der Bestimmungen in Eigenüberwachung durchzuführen und zu dokumentieren. Wer als Tapetenhersteller das RAL-Gütezeichen tragen will, muss sämtliche Bestimmungen einhalten, denn nur so sind qualitativ hochwertige, gesundheitlich und ökologisch unbedenkliche Tapeten garantiert.

Die Güte- und Prüfbestimmungen gelten für die europäischen Normen EN 233 (Fertige Papier-, Vinyl- und Kunststoffwandbekleidungen), EN 234 (Wandbekleidungen für nachträgliche Behandlung), EN 259 (hochbeanspruchbare Wandbekleidungen), EN 266 (Textilwandbekleidungen) und EN 15102 (dekorative Wandbekleidungen – Rollen- und Plattenform). Die aufgeführten EN-Normen beinhalten Anforderungen an:

  • Mindestwasserbeständigkeit
  • Waschbarkeit
  • Farbbeständigkeit gegen Licht
  • Stoßwiderstand
  • Haftung der Garne
  • Kennzeichnung durch Symbole
  • Brandverhalten

Diese qualitativen und technischen Anforderungen sind von Wandbekleidungen mit dem RAL-Gütezeichen, egal ob Papiertapete, Textiltapete oder Vinyltapete, grundsätzlich einzuhalten. Gütegesicherte Tapeten erfüllen unter anderem die folgenden Bedingungen, welche gesundheitliche und ökologische Aspekte berücksichtigen:

  • Verzicht auf Einsatz von schwermetallhaltigen, ökotoxikologischen Pigmenten auf Basis von Arsen, Blei, Cadmium, Chrom (VI), Quecksilber und Selen
  • Verzicht auf Einsatz von Blei-, cadmium- und organozinnhaltige Stabilisatoren bei der Herstellung von PVC-Tapeten
  • Verzicht auf leichtflüchtige Weichmacher
  • Keine Nachweisbarkeit von Vinylchlorid-Monomeren
  • Verzicht auf Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKWs) bei der Aufschäumung von PVC-Tapeten
  • die Anteile an flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs), Formaldehyd und kanzerogenen Substanzen liegen ein Vielfaches unter den gesetzlichen Bestimmungen

Wer sicher sein will, dass eine Wandbekleidung gesundheitlich unbedenklich, schadstoffarm, ohne Weichmacher und krebserregende Inhaltsstoffe gefertigt ist, kauft am besten eine Tapete mit RAL-Gütezeichen.

Der Blaue Engel für Tapeten (DE-ZU 35)

Tapeten, die das Umweltzeichen Blauer Engel tragen, sind energie- und wassersparend hergestellt, bestehen überwiegend aus Altpapier und sind besonders schadstoffarm. Wer Wandbekleidungen sucht, die umweltschonend und aus Recycling-Papier hergestellt wurden, sollte also zu Kollektionen greifen, die mit dem Siegel Blauer Engel gekennzeichnet sind. Auch gesundheitlich sind sie unbedenklich, da die Anforderungen an ihre Zusammensetzung sehr hoch sind. Tapeten werden unter anderem auf Schwermetalle und andere Schadstoffe überprüft, wobei die vorgeschriebenen Grenzwerte nicht überschritten werden dürfen. Es werden außerdem die verwendeten Altpapiersorten regelmäßig kontrolliert.

Schadstoffarme Tapeten mit dem Siegel Blauer Engel sind darüber hinaus besonders arm an Formaldehyd. Auf Bleichmittel wird bei ihrer Herstellung weitgehend verzichtet, auf Chlor, halogenierte Bleichchemikalien, optische Aufheller und biologisch schwer abbaubare Komplexbildner sogar vollständig. Ebenso unterliegen die verwendeten Färbemittel, Veredlungs- und Beschichtungsstoffe strengen Vergabegrundlagen.

Die Kriterien des Blauen Engel für umweltfreundliche Tapeten setzen schon bei der Holzentnahme auf Nachhaltigkeit. Die Herkunft des Holzes, das für die eingesetzten Primärfasern verwendet wird, muss belegt sein. Die Bäume müssen zudem aus Wäldern stammen, die nachgewiesen nach den Grundsätzen einer nachhaltigen Forstwirtschaft bewirtschaftet werden. Die verantwortlichen Forstbetriebe sollten idealerweise nach hochgesteckten sozialen und ökologischen Standards arbeiten sowie hinreichend zertifiziert sein. Bäume aus regionalen Forstbetrieben werden bevorzugt, da die kurzen Transportwege ökologisch von Vorteil sind.

Tipp: Besonders häufig sind Raufasertapeten mit dem Umweltzeichen Blauer Engel gekennzeichnet. Sie bestehen dann sogar aus 100 % Altpapier.

Im Jahre 1978 wurde das Umweltabzeichen Blauer Engel durch die Initiative des Bundesministers des Inneren und durch den Beschluss der Umweltminister des Bundes und der Länder entwickelt und eingeführt. Das Ziel: Produkte und Dienstleistungen zu kennzeichnen, die besonders umweltschonend hergestellt sind. Der Blaue Engel ist damit das erste und älteste Gütesiegel, das im Umweltschutz engagierte Unternehmen auszeichnet.

Es wird an Hersteller verliehen, die damit ihre umweltfreundlich hergestellten Waren und Produkte auf Freiwilligenbasis kennzeichnen dürfen. Durch diese Kennzeichnung erhält der Verbraucher bessere Einblicke, welche Produkte in umweltfreundlicher Produktion entstehen und kann so seinen umweltbewussten Konsum fördern. Es werden nicht nur Tapeten mit dem Blauen Engel ausgezeichnet. Etwa 90 Warenkategorien werden überprüft, wobei Lebensmittel ausgeschlossen sind.

FSC®-Zertifikat

Nachhaltige Forstwirtschaft Tapetenherstellung

Tapeten mit dem FSC®-Zertifikat sind ein weiteres Beispiel für Papierprodukte, bei denen die Ressource Holz ganz im Sinne der Nachhaltigkeit eingesetzt wird. FSC® (TUEV-COC-000284) steht für „Forest Stewardship Council®“ und ist ein internationales Zertifizierungssystem für Waldwirtschaft, das es seit 1993 gibt. Das FSC®-Siegel dieser nichtstaatlichen, gemeinnützigen Organisation garantiert, dass Holz- und Papierprodukte aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammen.

Im FSC®-Standard vorgeschrieben ist, dass die ökologischen Funktionen der Wälder erhalten bleiben und vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten geschützt werden, damit das Ökosystem Wald langfristig erhalten bleibt. Die Bewirtschaftung des Waldes geschieht unter Einhaltung von strengen Prinzipien und Kriterien. Eine lückenlose Dokumentation und Überwachung sind verpflichtend.

Tipp: Tapeten mit dem FSC®-Siegel sind also auf Basis von Holz hergestellt, das aus einer verantwortungs­vollen und nachhaltigen Waldbewirtschaftung stammt.

Fazit: Tapeten sind keine Gefahr für Umwelt & Gesundheit

Deutsche und europäische Tapetenhersteller setzen viel daran, Tapeten herzustellen, die gesundheitlich und ökologisch unbedenklich sind und weder dem Menschen noch der Umwelt schaden. Sie rüsten Maschinen immer wieder um, setzen auf nachhaltige Rohstoffe und sparen Energie. Sie schulen Mitarbeiter fortlaufend, achten penibel auf ein eingehaltenes Qualitätsmanagement und verwenden natürliche sowie wasserbasierte Inhaltsstoffe als umweltfreundliche Alternative zu bekannten Schadstoffen.

Obwohl die geltenden EU-Richtlinien für Tapeten sehr streng sind, liegen viele Unternehmen bereits deutlich unter den gesetzlich festgelegten Grenzwerten und lassen sich freiwillig von unabhängigen Instituten prüfen, um Gütezeichen oder ähnliche Zertifikate zu erhalten. Ein hohes Verantwortungsbewusstsein für Natur und Mensch ist längst für viele Tapetenhersteller in Deutschland und in der EU selbstverständlich. Ihre Tapeten können Sie beruhigt kaufen und anbringen – auch als Allergiker oder für das Kinderzimmer.

Bildquellennachweis:

Holzstapel nachhaltiges Holz: Pine tree forestry exploitation: ©andreaobzerova/stock.adobe.com
Weißes Haus im Grünen: Eco Friendly House: ©Romolo Tavani/stock.adobe.com
Siegel Phthalate free: ©bankrx/stock.adobe.com
Portrait of young caucasian woman with Clothespin on her nose: ©kozirsky/stock.adobe.com
The Lumberjack working in a forest: ©Kletr/stock.adobe.com