Die neuen Tapeten sind gekauft und das Werkzeug zum Tapezieren liegt bereit. Nun kann das Tapeziervorhaben starten. Eine ganze Wand ist schnell tapeziert, doch in einem Raum warten zahlreiche Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Schwierige Stellen wie Türen und Fenster, Decke und Dachschräge, Lichtschalter und Steckdosen oder Ecken und Kanten haben ihre Tücken. Mit ein bisschen Übung und Vertrauen in unsere Anleitung sind die neuen Wandkleider aber im Nu angebracht – und das mit einem professionellen Ergebnis.

Wie das Tapezieren um Fenster und Tür herum leicht gelingt und worauf beim Zuschneiden der Tapete für Fensterlaibung / Fensternische und Türrahmen zu achten ist, verraten wir in diesem Beitrag.

1. Fenster & Türen als Herausforderung

Selten hat ein Raum vier gleichmäßige Wände, denn Türen und Fenster unterbrechen die Wandfläche. Je mehr Tür- und Fensterlaibungen ein Zimmer aufweist, desto größer ist die Herausforderung beim Tapezieren, da die Bahnen entsprechend zugeschnitten werden müssen, um ein sauberes Endergebnis zu erzielen.

2. Fensterlaibung tapezieren

Wie in jeder guten Tapezieranleitung geschrieben steht, wird immer vom Licht weg gearbeitet, damit ein ungünstiges Schattenbild nicht das spätere Gesamtbild stört. Im Falle eines Fensters im Raum ist hier also der Startpunkt für die erste Tapetenbahn.

Fenster Tapeten
Fensterlaibung tapezieren

Bei der Laibung warten drei Teile auf ihr neues Gewand: links, rechts und oberhalb des Fensters. Die Arbeit beginnt an den Seitenteilen der Fensterlaibung, erst links, dann rechts. Der obere Teil wird zum Schluss tapeziert, damit sichergestellt ist, dass die Überlappungen perfekt passen.

Bei einem Fenster wird die Tapete grundsätzlich mit Überstand um’s Eck geklebt. Die überstehenden Teile werden später nach innen geklappt, um die Kanten nahtlos zu überdecken.

Linke Fensterseite tapezieren

  1. Die linke Tapetenbahn mit 1-2 cm Zugabe so ansetzen, dass sie die linke Seite der Laibung vollständig überdeckt und bis an den Fensterrahmen reicht. Misst die Laibung z.B. 10 cm, sollte die Bahn 11-12 cm Überstand haben.
  2. Die Stelle der Kante der Laibung markieren und die Tapete mit einem Cuttermesser unter dem Fenstersturz und über der Fensterbank einschneiden.
  3. Die Bahn so kleben, dass der Teil unter dem oberen Einschnitt die Fensterlaibung bedeckt.
  4. Diesen Teil der Tapete exakt in die Ecke des Fensterrahmens drücken und entlang des Rahmens abschneiden.
  5. Den Teil der Tapete oberhalb des Einschnitts auf dem Teil über dem Fenster andrücken.

Rechte Fensterseite tapezieren

  1. Die rechte Tapetenbahn mit 1-2 cm Zugabe an den Fensterrahmen anlegen und die Laibung vollständig bedecken.
  2. Die Stelle der Kante der Laibung für den Einschnitt markieren und die Tapete unter dem Fenstersturz und über der Fensterbank einschneiden.
  3. Den unteren Teil der Tapete straff über die rechte Seite kleben und andrücken.
  4. Den oberen Teil der Bahn oberhalb des Fensters ankleben.
  5. Den Überstand entlang des Fensterrahmens abschneiden.

Oberhalb des Fensters tapezieren

  1. Die mittlere Tapetenbahn am oberen Rand des Fensterrahmens mit 1-2 cm Überstand ansetzen, straff um die Kante ziehen und andrücken.
  2. Mit einem Doppelnahtschnitt die Überlappungen entfernen, wo diese mittlere Bahn auf die beiden seitlichen Bahnen trifft.
  3. Die durch den Schnitt entstandenen Streifen abziehen und alle Bahnen fest andrücken – im Nahtbereich am besten mit einem Nahtroller.

Wenn links, rechts und oberhalb des Fensters fertig tapeziert ist, ist die Wand unterhalb des Fensters bzw. der Fensterbank an der Reihe. Da hier keine Laibung berücksichtigt werden muss, kann die mittlere Tapetenbahn unter dem Fensterbrett einfach in der richtigen Länge zugeschnitten und bis zum Boden angedrückt werden. Befindet sich unter dem Fenster ein Heizkörper, hilft diese Anleitung beim Tapezieren.

3. Um Türen tapezieren

Anders als beim Tapezieren um ein Fenster herum, wird sich der Tür Bahn für Bahn genähert. An Türen wird also von einer Seite herantapeziert; sie sind kein Startpunkt und es wird auch nie von zwei Seiten zur Mitte gearbeitet. Ob links oder rechts die Bahn zuerst angesetzt wird, ist unerheblich für das Endergebnis und abhängig von der Seite, deren Tapetenbahnen zuerst an den Türrahmen reichen.

Türrahmen
Türrahmen wird tapeziert

Auch Türen werden mit Überstand tapeziert, der dann, genau wie beim Fenster, eingeschnitten wird.

  1. Die letzte Tapetenbahn vor dem Türrahmen in der richtigen Breite plus etwas Zugabe zuschneiden.
  2. Die Bahn entlang der senkrechten Außenkante des Rahmens andrücken, sodass der Überstand in die Tür hineinragt.
  3. Den Überstand bis exakt zum Rahmen mit dem Rücken einer Schere vorsichtig markieren und abschneiden.
  4. Für die obere Ecke des Türrahmens die Tapete ein Stück einschneiden, damit der Überstand perfekt in die Ecke passt.
  5. Die Bahn mithilfe von Tapezierspachtel oder Ähnlichem fest an den Rahmen drücken und den Überstand entlang der senkrechten und waagerechten Außenkante mit einer Schneidkante abschneiden.
  1. Für die Wand oberhalb der Tür eine Tapete in der entsprechenden Länge plus Zugabe zum Türrahmen zuschneiden.
  2. Die kurze Tapetenbahn anbringen und den Überstand nach unten sauber abschneiden.
  3. Für die andere Seite der Tür eine neue ganze Bahn so ansetzen, dass sie oben nahtlos an die kurze Bahn anschließt.
  4. Die Tapete oben am Türausschnitt einschneiden, exakt am Rahmen anlegen, andrücken und oben sowie seitlich den Überstand mit einer Schneidkante abschneiden.

Im Anschluss kann die Wand nach der Tür wie gewohnt weiter tapeziert werden.

4. Besonderheit Mustertapete

Ein Musteransatz ist zusätzlich zu beachten, wenn eine Mustertapete an die Wand gebracht werden soll. Ihr Muster soll Bahn für Bahn fließend ineinander übergehen und keinen Bruch aufweisen. Das verkompliziert das Tapezieren um Türen und Fenster herum, ist aber kein Grund, das Handtuch zu werfen und einen Profi zu engagieren.

Mustertapete um Fenster tapezieren

Bei Mustertapeten wird zunächst eine ganze Bahn links an die Fensterlaibung gedrückt. Im Anschluss folgt die Bahn oberhalb des Fensters, die entsprechend dem Musterverlauf zugeschnitten ist, sodass das Muster ohne Bruch fortgeführt wird. Längs, oberhalb der Laibungskante, mithilfe des Doppelnahtschnitts abschneiden. Für die rechte Seite eine ganze Bahn entsprechend dem Musterverlauf zuschneiden, passend ansetzen und wieder mit einem Doppelnahtschnitt oberhalb der Laibungskante abschneiden.

Fensternische mit Tapete
Fensterlaibung mit Tapete

Mustertapete um Türen tapezieren

Mustertapeten sollten niemals von beiden Seiten dem Türrahmen angenähert werden, da mit dieser Technik kein schöner Musterabschluss rund um die Tür möglich ist. Die letzte Tapetenbahn vor dem Türrahmen wird deshalb mustergerecht an die vorherige Bahn angesetzt. Das kurze Tapetenstück für den Teil oberhalb des Tapetenrahmens wird entsprechend dem Musterverlauf zugeschnitten, sodass sich zur einen Türseite bereits ein stimmiges Muster abzeichnet. Für die andere Seite wird eine neue Bahn so zugeschnitten, dass auch sie dem Musterverlauf entspricht.

5. Fazit

Um Fenster und Türen herum zu tapezieren und vor allem bei Mustertapeten ein schönes Gesamtbild zu erreichen, muss kein Profi beauftragt werden. Für ein perfektes Endergebnis kommt es auf die Planung und den Zuschnitt an; bei gemusterten Tapeten kommt die Berücksichtigung des Musteransatzes hinzu. Begonnen wird am Fenster, aber niemals an der Tür. Tapeten werden sowohl um Fensternischen als auch um Türrahmen über Eck mit etwas Zugabe tapeziert. So lassen sie sich an den entsprechenden Stellen einklappen und exakt abschneiden.

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Zwei Wände mit Fenster: An empty room: ©fotolismthai/stock.adobe.com
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